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Mitgliederversammlung der Alpen-Initiative Resolution einstimmig verabschiedet: Alpen-Initiative fordert Verbot für Gefahrguttransporte an allen Alpenübergängen

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© Alpen-Initiative / Christof Hirtler

Praktisch ohne Kontrolle transportieren täglich 30 bis 40 Lastwagen gefährliche Güter über den Simplonpass. Das ist hoch riskant und stellt eine grosse Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Die Alpen-Initiative fordert ein Verbot für Gefahrguttransporte auf allen Transitstrassen durch die Alpen und hat eine entsprechende Resolution verabschiedet. Die Mitgliederversammlung wählte zudem zwei neue Vorstandsmitglieder und 16 Personen neu in den Alpenrat.

Die Situation am Simplon ist ein Sonderfall: Nur hier dürfen Lastwagen Giftstoffe und leicht brennbare Materialien über die Alpen fahren. Am Gotthard, am San Bernardino und am Grossen Sankt Bernhard sind solche Transporte verboten. «Ein Verbot am Simplon wäre leicht einzurichten, denn es steht wie am Gotthard ein Bahntunnel als Alternative zur Verfügung. Zudem gibt es sowohl südlich als auch nördlich des Simplons Verlademöglichkeiten», sagte Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative, an der Mitgliederversammlung in Olten.

«Schreckliche Unfälle wie jener des Aceton-Lastwagens 2015 in Brig sind auch in Zukunft jederzeit möglich, solange Gefahrguttransporte erlaubt bleiben. Das kann ich nicht akzeptieren», sagt Laurent Seydoux, Vorstandsmitglied der Alpen-Initiative. Er setzt auch bei den Kontrollen an: «68 Prozent der Lastwagen am Simplon kommen aus dem Wallis oder beliefern den Kanton. Diese Fahrzeuge passieren das Schwerverkehrskontrollzentrum in Saint-Maurice nicht, das ist inakzeptabel.»

Ein weiteres Problem stellt sich am Gotthard. Mit dem Bau der zweiten Strassenröhre wird denkbar, dass die Gotthardachse in Zukunft für Gefahrgut freigegeben wird. Denn nach einer Sanierung sind im Seelisbergtunnel zwischen Nidwalden und Uri seit 2015 Gefahrguttransporte erlaubt. Damit sind alle richtungsgetrennten Tunnels der Schweiz für Gefahrgut geöffnet. Der Gotthard wäre nach seiner Fertigstellung die einzige Ausnahme. «Der Bundesrat hat dem Stimmvolk die zweite Strassenröhre mit dem Argument der Sicherheit verkauft, also muss garantiert sein, dass der Gotthard auch künftig für gefährliche Güter auf der Strasse gesperrt bleibt», sagt Marina Carobbio Guscetti, Vizepräsidentin der Alpen-Initiative und Nationalrätin aus dem Tessin.

Der Bundesrat toleriert den seit Jahren unhaltbaren Zustand am Simplon weiter und verzögert ein Verbot, indem er zuerst eine Risikoanalyse durchführen will. «Das Risiko für schwerwiegende Unfälle ist zweifelsfrei gegeben, da kann der Bundesrat seine Risikoanalyse rasch durchführen», sagt Jon Pult. Die Mitglieder der Alpen-Initiative stimmten der Resolution ohne Gegenstimme zu. Sie umfasst 7 Punkte:

  1. Generelles Fahrverbot für Gefahrgut auf allen Transitstrassen durch die Alpen, insbesondere auf der Simplon-Passstrasse.
  2. Bestehendes Verbot für Gefahrguttransporte am Gotthard auch nach dem Bau der zweiten Strassenröhre unbedingt erhalten.
  3. Schaffung eines Bahnverlads für Lastwagen zwischen dem Rhonetal und Domodossola.
  4. Schnelle Realisierung der durch den Bundesrat versprochenen Risikoanalyse für den Simplon.
  5. Generelles Transportverbot auf Strasse und Schiene für besonders gefährliche Güter wie zum Beispiel Chlor.
  6. Intensivierung der Lastwagenkontrollen insbesondere auf Strecken mit viel Gefahrgütern.
  7. Jährliche Publikation der Kontrollzahlen des Schwerverkehrs.


Die Resolution im Wortlaut

Wahlen

Im Weiteren wählten die Mitglieder der Alpen-Initiative zwei neue Vorstandsmitglieder: Pietro Gianolli, ehemaliger Eisenbahngewerkschafter und langjähriges Mitglied des Alpenrats, sowie Manuel Herrmann, der die Geschäftsstelle der Alpen-Initiative verlässt, seine Erfahrung und sein Wissen aber künftig im Vorstand einbringen wird.

Zudem hat die Jahresversammlung 16 neue Mitglieder in den Alpenrat gewählt, die in den Regionen die Anliegen der Alpen-Initiative vertreten und strategisch beraten. Unter den neuen Alpenräten ist auch der vor kurzem in den Nationalrat nachgerückte Michael Töngi aus Kriens LU.

Die neu Gewählten sind:
Vorstand:

  • Pietro Gianolli, Salorino TI
  • Manuel Herrmann, Winterthur


Alpenrat:

  • Claudia Alpiger, Gamsen VS
  • Tobias Arnold, Altdorf UR
  • Marius Basty, Lausanne VD
  • Sinue Bernasconi, Tremona TI
  • Greta Gysin, Zürich
  • Felix Hoesch, Zürich
  • Laurent-David Jospin, La Chaux-de-Fonds NE
  • Nina Marty, Altdorf UR
  • Sebastian Moos, Bern
  • Jonathan Prelicz, Arth SZ
  • Filippo Rivola, Lausanne VD
  • Elena Strozzi, Fribourg
  • Michael Töngi, Kriens LU
  • Daniela Walker, Urdorf ZH
  • Barbara Wülser, Malans GR
  • Barbara Zollinger, Bern

Kontakt

  • Jon Pult, Präsident Alpen-Initiative, 079 328 67 40
  • Marina Carobbio Guscetti, Vizepräsidentin Alpen-Initiative,
    Nationalrätin TI, 079 214 61 78
  • Laurent Seydoux, Vorstandsmitglied, Genf, 079 203 74 05
  • Lucia Lauener-Zwyer, Geschäftsführerin Alpen-Initiative, 076 582 83 63

Alpen-Initiative

Die Alpen-Initiative (rätoromanisch "Iniziativa da las Alps") ist ein Schweizer Verein, der sich für den Schutz des Alpengebietes vor dem Transitverkehr einsetzt. Der Verein lancierte die «Eidgenössische Volksinitiative zum Schutze des Alpengebietes vor dem Transitverkehr» (umgangssprachlich: «Alpen-Initiative»). Sie wurde am 20. Februar 1994 durch Volk und Stände angenommen.

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