Jahresbericht 2003
08.04.2004 - Inhaltsverzeichnis

> 1. Verkehrspolitik> 5. Mitgliederwerbung
> 2. Information> 6. Personal
> 3. Wandern und Verkauf> 7. Infrastruktur
> 4. Mitglieder und Vorstand> 8. Finanzen
 > 9. Ausblick 2004

1. Verkehrspolitik

Die Avanti-Abstimmungskampagne sowie die Vorbereitungen zur ITE-Tagung 2004 mit dem Jubiläum 10 Jahre Alpenschutz-Artikel bildeten im letzten Vereinsjahr die Schwerpunkte der Tätigkeiten. Nichtsdestotrotz wurde das verkehrspolitische Tagesgeschäft nicht ausser Acht gelassen.

Im Januar wurden die Strukturen des Komitees Avanti-Nein mit schlussendlich rund 30 Mitgliedorganisationen bereinigt und die Aufgaben neu verteilt. Unser Geschäftsführer Alf Arnold wurde Präsident des Komitees. Der VCS (Ueli Müller) übernahm die operative Leitung der Kampagne. Der Vorstand beschloss, sich am Budget der gemeinsamen Kampagne des Komitees ("Fünfliberkampagne") mit einem Beitrag von 400'000 Franken (je 200'000 auf die Rechnungen 2003 und 2004) zu beteiligen.

Feuer in den Alpen auf dem Gotthard


Das Komitee Avanti-Nein entschied im Sommer 2003, in der Kampagne nicht ausschliesslich auf finanzpolitische Argumente zu setzen, sondern auch den Alpenschutz und die Verlagerung des Güterverkehrs zu thematisieren.
Die Alpen-Initiative wurde beauftragt, eine spezifische Alpenschutzkampagne durchzuführen. Diese wurde von der Alpen-Initiative (zusätzlich zum Beitrag ans gemeinsame Budget) selber finanziert.

Im Herbst hat das Parlament die Differenzen beim Avanti-Gegenvorschlag bereinigt und das völlig überladene Fuder zuhanden der Volksabstimmung verabschiedet. Darauf wurde die Initiative zurückgezogen. Der Bundesrat setzte den Abstimmungstermin überraschend früh auf den 8. Februar 2004 an. Eine Woche später hatte die Alpen-Initiative bereits ein Kampagnenbüro in Brig eingerichtet. Die Leitung übernahm Andreas Weissen.

Die freche Steingeiss auf blauem Hintergrund wurde zum Symbol der Alpenschutz-Kampagne. Mehrere Tausend Steingeiss-Flaggen im ganzen Land verkündeten von Fenstern und Balkongeländern "Avanti Bschiss Nein".

Die freche Steingeiss-Fahne


Während der Wintermonate Dezember und Januar wanderte das Maultier Bellina vom Neuenburger Jura bis nach Altdorf. Michael Tanner und Renate Zauner hatten diese spontane Aktion ausgedacht, die überall auf grosse Sympathie stiess.

"Bellina" wirbt für den Schutz der Alpen


Auch der Ballonberg der Alpen-Initiative mit der beliebten Eisenbahn für Kinder tourte erneut durch die Schweiz. Susanna Arnold, Flavia Amgwerd und Peter Schwab sorgten für eine professionelle Betreuung. Meist spielten beim Ballonberg ein oder gar mehrere Alphornbläser auf. Sie trugen eine Jacke mit der Aufschrift "Ich brauche keine zweite Röhre".

Der Ballonberg im Goms


Die Alpen-Initiative gestaltete zwei Plakate im Format F12 für die Kampagne, und zwar zu den Themen "Winterfreude statt Transithölle" (Skifahrer/Lastwagen-kolonne) und "Gesundheit und Transit" (Kind mit Atemmaske / Laster). Die Winterplakate hingen während der Weih- nachtsferien in den wichtigsten Ferienorten der deutschen Schweiz, entlang der Reiserouten sowie in den Umsteigebahnhöfen. Die Tessiner wählten dieses Sujet für die Hauptkampagne. Die Plakate mit dem Kind in Atemnot wurden gezielt in den Kantonen der Innerschweiz und der Nord-/Südostschweiz eingesetzt. Die Genfer Gruppe wünschte sich ein Steingeissplakat, was prompt erstellt wurde.

Auch mit der Verteilung des Abstimmungsprospektes konzentrierte sich die Alpenschutzkampagne auf die Kantone der Innerschweiz und Nord- / Südostschweiz. Daneben verteilten freiwillige Helferinnen und Helfer in zahlreichen Dörfern und Quartieren Abstimmungsprospekte. Insgesamt kamen 700'000 Abstimmungsprospekte unter die Leute. Die Nachfrage nach Klebern gegen die zweite Gotthardröhre war riesig, so dass mehrere Nachdrucke nötig waren. Das Kleinplakat mit der Steingeiss dagegen war wenig gefragt.

Die Alpen-Initiative schaltete Testimonial-Inserate in rund zwanzig kleineren Zeitungen in den Schwerpunktkantonen sowie in den Sonntagsblättern. Der profilierteste Kopf war dabei der Urner Ständerat Hansruedi Stadler, der nochmals für den Alpenschutz in die Arena stieg und bei allen Auftritten brillierte.

Im Rahmen des Sparprogrammes (Entlastungsprogramm 03) waren auch die Kredite für die Verlagerungspolitik sowie Eisenbahnprojekte vom Spareifer betroffen. Die Alpen-Initiative wehrte sich mit einem Schreiben an Verkehrsminister Leuenberger, mit einer Resolution an der Jahresversammlung etc. erfolgreich. Die Gelder zur Unterstützung des Bahngüterverkehrs wurden nur im Bereich des Wagenladungsverkehrs gekürzt. Das Thema ist aber noch nicht vom Tisch, denn bereits steht das zweite Entlastungsprogramm 04 vor der Türe.

Das im Vorjahr lancierte Projekt der Alpentransit-Börse wurde an verschiedenen Stellen präsentiert. Alf Arnold und Toni Aschwanden reisten im Frühjahr zusammen mit dem Basler Logistik-Experten Bryan Stone nach Bregenz, Innsbruck und Salzburg, um für das Projekt zu lobbyieren (Besuche bei zuständigen Beamten, Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung, Alpenkonvention, Medien). Die Idee wurde mit Interesse aufgenommen. Im Sommer konnte Alf Arnold das Projekt den verantwortlichen EU-Beamten in Brüssel vorstellen, wo es ebenfalls auf Interesse, aber auch auf viel Skepsis stiess. Im Frühling beauftragte der Bund die Firmen RappTrans und Ecoplan mit einer Studie zur Alpentransitbörse. Sie soll Ende 2004 vorliegen.

Analog zum Brenner und zum Mont Blanc verlangte die Alpen-Initiative auch in der Schweiz ein Verbot von Lastern der Euro-0-Klasse (Brief an Verkehrsminister Leuenberger, dringliche Einfache Anfrage von NR Fabio Pedrina, Pressearbeit). Ebenfalls wurde eine Ausdehnung der LSVA auf Kleinlaster unter 3,5 Tonnen gefordert.

Die Alpen-Initiative gab im Sommer beim Büro mrs (Zürich) eine Studie für eine Rola am Gotthard in Auftrag. Sie zeigt auf, dass nach Erreichung des Verlagerungsziels ab 2009 der verbleibende Schwerverkehr durch den Gotthard (ca. 550'000 LKW) von einer Rola durch den Scheiteltunnel aufgenommen werden kann, ohne den restlichen Bahnverkehr zu stören. Der Strassentunnel kann damit viel sicherer gemacht werden. Nach der Entlastung der Bergstrecke durch den Basistunnel ab 2014 ermöglicht ein zusätzlicher Autoverlad für Personenwagen im Winterhalbjahr eine Totalsperrung und damit die Totalsanierung des Strassentunnels.

Vorschlag der Alpen-Initiative: Rola statt zweite Röhre


Finanziell und auch ideell beteiligte sich die Alpen-Initiative am Projekt Alpenrhein-Bahn. Eine Studie von Paul Stopper zeigt diverse Verbesserungen des Bahnangebotes im Oberen Rheintal bis nach Süddeutschland und Österreich. Das System soll internationale Verbindungen nach Chur ermöglichen, sieht aber auch den Ausbau des lokalen S-Bahn- und Tramnetzes zwischen Chur und Bodensee vor.

Durch Entscheid des Bundesrates ist die Alpen-Initiative seit 1. Juni 2003 eine beschwerdeberechtigte Organisation nach Umweltschutzgesetz (USG) sowie nach Natur- und Heimatschutzgesetzen (NHG).

Im Rahmen des ITE-Aktionstages vom 4. Oktober wurden unsinnige Transporte von Mineral- und Tafelwasser thematisiert. Die Aktion "Roter Teufelsstein" am Hauptsitz von Nestlé Waters in Gland/VD und die Pressekonferenz in Bern stiessen auf breites Echo in den Medien und grosses Interesse in der Öffentlichkeit. Auch die unsinnigen Schneetransporte vom Gotthard in den Schwarzwald wurden erneut in der Öffentlichkeit abgehandelt.

Freuten sich nicht besonders über den "Roten Teufelsstein": Nestlé Waters in Gland


Mit Höhenfeuern auf dem Gotthard, in Thusis und in Mendrisio setzte die Alpen-Initiative am 9. August flammende Zeichen des alpenweiten Widerstands gegen die Avanti-Initiative und deren Gegenvorschlag.

Präsident Fabio Pedrina auf dem Gotthard


Bei den Nationalratswahlen am 19. Oktober war die Alpen-Initiative mit sechs Kandidatinnen und Kandidaten aus den eigenen Reihen im Rennen. Die Kandidaten wurden im "echo" kurz vorgestellt und auf Antrag auch mit einem kleinen Beitrag finanziell unterstützt. Die bisherigen Ratsmitglieder Andrea Hämmerle (SP, GR), Pia Hollenstein (Grüne, SG) und Fabio Pedrina (SP, TI) schafften die Wiederwahl ohne Probleme. Nicht gewählt wurden Georges Darbellay (CVP, VD), Armin Braunwalder (Grüne, UR) und Christa Mutter (Grüne, FR).

Auf europäischer Ebene wurden die Kontakte weiter ausgebaut. Schwerpunkte bildeten dabei das Mont-Blanc-Gebiet sowie in Zusammenarbeit mit FNAUT, FNE und "Réagir en Maurienne" ein aktives Lobbying für die Einführung einer LSVA in Frankreich.

Die Vorbereitungen zum Jubiläum 10 Jahre Alpenschutzartikel und der ITE-Tagung zum Thema Verkehrsverlagerung vom Februar 2004 waren für das Büro in Altdorf schon 2003 mit grossem Aufwand verbunden.

Weitere Themen des verkehrspolitischen Engagements waren u.a. das Dosiersystem, die Neat, das Kompetenzzentrum Schwerverkehr, die Sperrung des Monte-Olympino-Eisenbahntunnels, die Arbeitsbedingungen für Chauffeure, das Partikelfilter-Obligatorium, Gefahrenguttransporte und die Eurovignette.



2. Information und Kommunikation

Mit einer Vielzahl von Communiqués, Stellungnahmen und Interviews in lokalen, nationalen und internationalen Medien konnte die Alpen-Initiative das verkehrspolitische Geschehen kommentieren und dabei immer wieder die Forderungen zum Schutz des Alpengebietes vor dem Schwerverkehr einbringen. Gerade in Verkehrsfragen gilt die Alpen-Initiative bei den Journalisten und Redaktionen als beliebter und auch ernstgenommener Gesprächs- und Interviewpartner.

Die Medien wurden im vergangenen Jahr dreimal zu Pressekonferenzen nach Bern eingeladen. Anlässlich der Jahres-Pressekonferenz vom 20. Februar wurde die Studie "Strassenbau und Wirtschaftsentwicklung" von Pia Steiner vorgestellt. Zudem fordert die Alpen-Initiative ein generelles Euro-0-Verbot für alle Alpen-Übergänge sowie eine Abstufung der Tunnelgebühren am Grossen St. Bernhard aufgrund der Abgas-Normen. Die zweite Pressekonferenz galt der Verleihung des "Roten Teufelssteins". Am 23. Dezember schliesslich wurde anhand der Verlagerung, der Lärmbelastung, der Luftverschmutzung und der Sicherheit aufgezeigt, wie der Avanti-Gegenvorschlag den Alpenschutz sabotiert, und damit die klare Nein-Haltung untermauert.

Mit der Ausgabe vom Februar präsentierte sich das "echo" erstmals im neuen Layout. Ab April wurde durchgehend vierfarbig gedruckt. Zu den vorgesehenen fünf regulären Ausgaben erschien im Dezember eine Sondernummer zu Avanti. Das "echo" im neuen Kleid ist bei unserer Leserschaft sehr gut angekommen.

Mitte Jahr hat die Alpen-Initiative ihren neuen Internet-Auftritt aufgeschaltet. Die Inhalte werden in drei Landessprachen laufend aktualisiert. Sie sind nun klar strukturiert und können auch über die neue Suchfunktion gefunden werden. Eine stark abgespeckte englische Version ist ebenfalls im Entstehen. Der Einsatz scheint sich auszuzahlen, besuchen doch durchschnittlich 220 Personen pro Tag unsere Homepage www.alpeninitiative.ch, die auch unter www.alpenschutz.ch gefunden wird.



3. Wandern und Artikel-Verkauf

2003 wurden fünf gut besuchte Wochen-Wanderungen durchgeführt. Von den acht angebotenen Wochenend-Wanderungen fand mangels Anmeldungen nur die Hälfte statt. Zum ersten Mal wurden letztes Jahr neue Wan-derbegleiterInnen rekrutiert. Andreas Weissen führte sie an einem Wochenende im Oberwallis in die Thematik ein. Die neuen WanderbegleiterInnen werden 2004 eine Gruppe mitbegleiten, um dann 2005 selber die Wanderleitung zu übernehmen. Nur dank der ehrenamtlichen Arbeit der WanderbegleiterInnen kann die Alpen-Initiative die Touren so preisgünstig anbieten.

Die Wanderungen der Alpen-Initiative sind beliebt


Letztes Jahr fand ein zusätzlicher Warenversand statt. Zu den üblichen Verkäufen im Frühling und vor Weihnachten wurde auch im September-"echo" eine Bestellkarte beigelegt. Der Warenumsatz konnte gesteigert werden auf über Fr. 200 000.-. Auch wenn der Reingewinn schliesslich gering ist, soll der Warenverkauf weitergeführt werden. Unser Artikelverkauf wird primär als Mitgliederangebot und Werbung für die Alpen-Inititiative angesehen.



4. Mitglieder, Vorstand und Ausschuss

Über 50 Mitglieder trafen sich am 12. April 2003 zur Jahresversammlung in Naters. Die traktandierten Geschäfte warfen keine grossen Wellen. Vorstand, Ausschuss und Präsidium wurden bestätigt, die Rechnung genehmigt. Im Vorstand Einsitz haben: Fabio Pedrina (Präsident), Andreas Weissen (Vizepräsident), Stefan Grass (Ausschuss-Mitglied), Christa Mutter (Ausschuss-Mitglied), Pietro Gianolli, Denys Roulin, Serge Picker, Paolo Peduzzi, Duscha Padrutt, Willy Perret-Gentil, Marlène Burri Perret-Gentil, Carlo Lepori, Lucia Lauener, Pia Hollenstein, Martin Graf, Georges Darbellay, Thomas Burgener, Armin Braunwalder, Johannes Brassel und Alf Arnold,. Am Nachmittag stand eine Besichtigung des alten Dorfteiles in Naters auf dem Programm, tags darauf eine Schneeschuh-Wanderung ins Simplongebiet.

Der Vorstand der Alpen-Initiative traf sich 2003 zum Planungsweekend in Kippel sowie zu fünf Sitzungen in Bern, die wiederum allen interessierten Mitgliedern offen standen.

Der Ausschuss traf sich zum Planungsweekend in Airolo sowie zu einer Sitzung in Bern. Die aktuellen Geschäfte des Vereins erledigte er an insgesamt 18 Telefonkonferenzen. Im Hinblick auf die Avanti-Abstimmung wechselte er ab November von monatlichen zu wöchentlichen Konferenzen.



5. Mitgliederwerbung und Fundraising

Auch bei der Mittelbeschaffung dominierte im Jahr 2003 das Thema Avanti. Das im Vorjahr beschlossene und eingeführte neue Konzept kam erstmals voll zum Tragen. Es hat sich sehr bewährt, mit jedem "echo" einen Brief mit zwei Einzahlungsscheinen zu verschicken. Im Februar wurden die "echo"-EmpfängerInnen eingeladen, die vom Bund erstmals an die Bevölkerung zurückerstattete VOC-Abgabe der Alpen-Initiative zu spenden. Diese Idee, die "Entschädigung für Umweltverschmutzung" in den aktiven Umweltschutz der Alpen-Initiative zu investieren, leuchtete ein: die Einnahmen konnten gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt werden. Ab Mai war der zweite Einzahlungsschein jeweils für gezielte Spenden gegen Avanti reserviert.

Im neuen Mittelbeschaffungskonzept ist vorgesehen, zweimal jährlich Adressen zu mieten, um die grossen Adressverluste infolge unzustellbarer Sendungen auszugleichen. Beim "echo"-Versand an Fremdadressen im Februar, November und zusätzlich mit dem Avanti-Sonder-"echo" im Dezember konnten so 840 neue SpenderInnen gewonnen werden. 644 neue SpenderInnen konnte die Alpen-Initiative mit dem Flyer "Die Alpen brauchen Ihre Initiative. Besonders am 8. Februar 2004" gewinnen, der zwischen November 2003 und Februar 2004 als Beilage in 16 verschiedenen Zeitschriften erschien. Als wichtiger Nebeneffekt vermittelte diese Mittelbeschaffungsmassnahme bei über 200'000 Lesenden Avanti-Nein-Werbung. Den Herausgebern der Zeitschriften, die uns diese Beilage zu besonders günstigen Konditionen ermöglichten, sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.

Weil die Alpen-Initiative die Plakatflächen nicht allein den Avantis überlassen wollte, hat sie ihre grössten SpenderInnen um Hilfe gebeten. Grosszügige Spenden ermöglichten es, das Budget für die B12-Abstimmungsplakate um 10 Prozent aufzustocken.

Im Jahr 2003 haben 18'198 Personen die Alpen-Initiative finanziell unterstützt 6'430 mehr als im Vorjahr. Dank diesen grosszügigen Menschen konnte die Alpen-Initiative die Einnahmen im Jahr 2003 insgesamt mehr als verdoppeln, was eine wirksame Abstimmungskampagne ermöglichte. Vielen Dank!

Die Alpen-Initiative ist seit 1999 als gemeinnützige Organisation anerkannt und steuerbefreit. Spenden an die Alpen-Initiative können somit vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. In der föderalistischen Schweiz entscheidet aber jeder Kanton selber, welche Organisationen er als gemeinnützig anerkennen will. 2003 haben SpenderInnen in mehreren Kantonen mit Hilfe der Alpen-Initiative entsprechende Gesuche gestellt, die alle positiv beantwortet wurden. Im Herbst wurde die Alpen-Initiative sogar in die "Steuerfrei-Liste" der Schweizerischen Steuerkonferenz (Ausgabe Januar 2004) aufgenommen. Die meisten Kantone anerkennen Zuwendungen an Organisationen als steuerbefreit, die in dieser Liste aufgeführt sind.



6. Personal

Die steigenden Umsätze im Artikelverkauf, das Engagement im Rahmen der Avanti-Kampagne sowie die Planung der ITE-Tagung und des Jubiläums 2004 verlangte nach zusätzlichen personellen Ressourcen. Am 1. März konnte die seit dem Austritt von Jan Gürke interimistisch durch Christa Mutter geleitete Medienstelle mit Ruedi Bomatter in einem 50-Prozent-Pensum wieder besetzt werden. Ab 25. August beschäftigte die Alpen-Initiative eine Politologiestudentin für einen Monat als Praktikantin.

Der Personalbestand wurde im Verlaufe des Jahres von 3,15 auf 8,6 Vollzeitstellen massiv erhöht. Auf den 1. November wurden wegen der Avanti-Kampage die Pensen fast aller Mitarbeitenden befristet aufgestockt und in Brig unter der Leitung von Andreas Weissen ein Kampagnenbüro mit Patricia Meyer und Peter Schild eingerichtet. Ab März 2004 (nach Avanti) werden es 9 Personen sein, welche sich 4 Vollzeitstellen teilen.

Das Büro im Tessin wird wie bisher vom Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrspersonalverband (SEV) im Mandat von Pietro Gianolli und Patrizia Pellandini betreut.




7. Infrastruktur

Am 7. März wurden die neuen Büroräumlichkeiten an der Herrengasse 2 in Altdorf bezogen. Nach einem kurzen, aber intensiven Zügelwochenende konnte der Betrieb an der neuen Adresse ohne Unterbruch wieder aufgenommen werden. Ende Oktober wurde entschieden, im Altdorfer Büro nur noch Öko-Strom zu beziehen (kleine Wasserkraftwerke, Sonne, Wind, Biogas).

Grosses Aufräumen im Büro an der Kapuzinergasse



8. Finanzen

Wegen der Avanti-Nein-Kampagne sah das Budget 2003 ein Defizit von Fr. 200'000 vor. Obwohl im Herbst zusätzlich zu unseren finanziellen Verpflichtungen im Komitee Avanti-Nein eine Alpenschutzkampagne beschlossen wurde, musste das budgetierte Defizit dank massiven Mehreinnahmen nicht ganz ausgereizt werden. Die Rechnung 2003 der Alpen-Initiative schliesst bei einem Ertrag von Fr. 1'626'606.70 und Aufwand von Fr. 1'778'129.50 mit einem Defizit von Fr. 151'522.80 ab.

Die Vereinseinnahmen konnten auf Fr. 1'609'120 (+119%) gesteigert werden. Der Shop trug Fr. 9'120, die Wanderungen Fr. 4'631 zum positiven Resultat auf der Einnahmenseite bei.



Die Alpen-Initiative hatte 2003 und in den ersten Monaten 2004 Zusatzaufwendungen für die Abstimmungskampagne Avanti-Nein von mehr als 1,3 Mio. Franken. Darin nicht enthalten sind die ordentlichen Arbeiten der Alpen-Initiative zum Thema Avanti und die allgemeinen Mehr-aufwände infolge Kampagne (Verwaltungskosten, Medienarbeit usw.). Auf die Rechnungen der beiden Jahre entfallen je rund die Hälfte der Kampagnenauslagen.



Im Rechnungsjahr 2003 stiegen deshalb der Personal- als auch der Sachaufwand beträchtlich an (+142%). Der Personalaufwand beanspruchte rund 27% der Gesamteinnahmen. Darin enthalten sind Medienarbeit, Projektarbeit wie auch politische Lobby-Arbeit. Die Medienerzeugnisse beanspruchten rund 20%. Mit 10% schlugen Raum- und Verwaltungskosten zu Buche. Rund 27% betrugen die Sachkosten von Aktivitäten und Kampagnen und 24% der Einnahmen wurden in Mittelbeschaffung, Mitgliedschaften bei anderen Organisationen und die Vereinsgremien investiert. Das Defizit wurde dem für Kampagnen angesparten Fonds verrechnet, der sich somit von Fr. 345'000 auf Fr. 193'477 verringerte.




9. Ausblick 2004

Mit der Abstimmung zum Avanti-Gegenvorschlag und dem Jubiläum 10 Jahre Alpenschutzartikel stehen gleich zu Beginn des Jahres zwei grosse Projekte an.

Als Alternative zu den immer mehr unter Spardruck kommenden Verlagerungspolitik muss die Alpentransitbörse national wie international weiter propagiert werden. Ein Faltblatt soll diese Idee im Detail vorstellen.

Auch in diesem Jahr sollen mit der Vergabe des "Roten Teufelssteins" unsinnige Transporte öffentlich kritisiert werden.

Auf der internationalen Ebene sollen das LSVA-Lobbying-Projekt Frankreich und das Lobbying-Projekt "Safe and Sustainable Freight Transport" weitergeführt werden.

Die Alpen-Initiative wird ihre Kernthemen wieder selbstbewusst in den Medien verbreiten. Das "echo" wird fünfmal erscheinen, die Homepage laufend aktualisiert werden. Bis im Herbst werden eine Infobroschüre sowie ein kleiner Flyer für die Mitgliederwerbung fertig gestellt sein.

Das Mittelbeschaffungsprogramm wird gezielt weitergeführt. Weil rund Fr. 650'000 der Kampagne Avanti-Nein auf die Rechnung 2004 drücken werden, müssen - falls die Einnahmen nach der Abstimmung stark einbrechen - weitere Fundraisingmassnahmen ergriffen werden (z.B. telefonisches Bitten).



Die freien Reserven der Alpen-Initiative werden 2004 vollständig aufgebraucht. Damit der Verein diese Belastung übersteht, sind sehr strenge Liquiditäts- und Kostenkontrollen durchzuführen. Es ist unser Ziel, die Alpen-Initiative - trotz Avanti-Kampagne - dank grosszügiger Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender nicht verschulden zu müssen.