Bergfrühling im Albulatal
Die Wanderung führt durchs Albulatal über die Fuorcla Crap Alv ins Engadiner Seitental Val Bever und folgt dabei dem Unesco-Weltkulturerbe "Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina".
Wanderbegleitung:
Stefan Barandun (Wanderleiter BWL)Kosten:
(jeweils ohne Hin- und Rückreise)
Fr. 710.- für Mitglieder der Alpen-Initiative, Fr. 780.- für Nicht-Mitglieder.
Fr. 40.- Einzelzimmerzuschlag, Fr. 25.- Ermässigung mit Generalabonnement.
Anmeldeschluss:
15. Mai 2012Versicherung:
ist Sache der TeilnehmendenInformationen:
Stationäre Übernachtungen mit Halbpension im 3-Sterne Hotel Weisses Kreuz, Bergün. Mittagsverpflegung aus dem Rucksack. Karten: Wanderkarten SAW 1:50‘000 Blattnummer 257T und 258T Bergün/Bravuogn. Wanderführer: Via Albula/Bernina, Stefan Barandun (10 Wanderungen durch das UNESCO Welterbe Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina).
Inhaltsverzeichnis
Die Region
Die Via Albula/Bernina führt über 131 km als Weitwanderweg vom nördlich der Alpen gelegenen Thusis durchs Albulatal, über die Fuorcla Crap Alv ins Val Bever, durch die einmalige Hochebene des Oberengadins, über den Berninapass ins südliche Bündnertal Valposchiavo und zu guter letzt nach Tirano im italienischen Veltlin. Sie durchquert, eine der abwechslungsreichsten, zwischen hochalpinen, alpinen und subtropischen Zonen liegende Natur- und Kulturlandschaft. Dies zu Fuss zu erleben und dabei von der Albula- und Berninalinie begleitet zu werden, gehört zu den schönsten Erlebnissen eines Wanderers. Wo anders als bei dieser Alpenüberquerung werden zwei Wasserscheiden und zwei Sprachgrenzen überschritten und drei Kulturräume durchwandert.
Während 5 Tagen erleben wir eine noch weitgehend intakte, abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaft mit schönen gut erhaltenen Dörfern, viele davon mit Ortsbildern von nationaler Bedeutung. Das Albulatal kann in drei Abschnitte unterteilt werden, nämlich in den Abschnitt Schinschlucht zwischen Sils i.D. und Tiefencastel, in den mittleren Teil bis Filisur und in das obere Albulatal von Filisur bis zum Albulapass. Die am Pass entspringende Albula fliesst nach 38 Kilometern bei Fürstenaubruck in den Hinterrhein.
Die Route
Unsere Wanderung beginnt beim Bahnhof Thusis. Die enge, wilde Schinschlucht kann vom Wanderer in der Nähe von Bahn und Strasse nicht begangen werden. Die Etappe führt von Thusis auf dem historischen Weg hoch über der Schlucht nach Muldain und hinunter zum Solisviadukt und anschliessend über Alvaschein und der aus dem 8. Jahrhundert stammenden Kirche St. Peter zu Mistail nach Tiefencastel (1. Etappe).
Zwischen Tiefencastel und Filisur begegnet der Wanderer der emotionsbehafteten Materie Wasser. Von Surava nach Alvaneu Bad wird eine reizvolle Flusslandschaft durchwandert, dann hält der Wasserweg «ansaina» besondere Reize bereit. Kurz vor Filisur stehen wir wohl vor dem spektakulärsten Bauwerk der Albulabahn und dem Wahrzeichen der Rhätischen Bahn, dem Landwasserviadukt. Nach den Abstechern zu den Aussichtspunkten und einer ausreichenden Bewunderung des vor 108 Jahren konstruierten, tollkühnen Bauwerks führt der Weg zum Bahnhof Filisur. (2. Etappe)
Wir durchschreiten das stattliche in Engadiner Baustil gebaute Strassendorf Filisur mit einem Ortsbild von nationaler Bedeutung. Wir bewundern die Anordnung der Häuser an Strassen und Plätzen, die breiten prachtvoll dekorierten Fassaden (Malereien und Sgraffiti) mit den charakteristischen Eingangstoren, Erkern und Fenstergittern. Der Albula folgend wird bald Bellaluna erreicht, wo früher die Hexen getanzt haben sollen. Danach folgt ein kurzer Aufstieg zur Kreuzungsstation Stugl/Stuls, welche als besterhaltenes historisches Ensemble an der Albulalinie gilt. Die Via Albula/Bernina bringt uns weiter nach Bergün/Bravuogn. (3. Etappe)
Wie Filisur sind die ursprünglichen Bauernhäuser auch in Bergün/Bravuogn im Engadinerstil gebaut. Beidseitig der ansteigenden Hauptstrasse reihen sich die prächtigen Häuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert mit Sgraffiti, Fassadenmalereien, Erkern und Fenstergittern aneinander. Im Dorfzentrum ragt der Platzturm „la Tuor“ aus dem 12. Jahrhundert über die Dächer der umliegenden Häuser. Im oberen Albulatal folgt wohl der bahnhistorisch aufregendste Teil der Wanderung. Der am linken Albulaufer folgende Bergwanderweg kreuzt mehrere Male die Bahnlinie, welche in diesem Abschnitt mit zwei Kehr- und drei Spiraltunnels sowie vier das Tal querenden Brücken die tollkühnste Linienführung aufweist. (4. Etappe)
Auf der Passwanderung vom nördlichen zum südlichen Tunnelportal, vorbei an idyllisch gelegenen Bergseen, wird die Fuorcla Crap Alv auf 2466 m ü. M. als höchst gelegener Punkt der Weitwanderung überschritten. Ein steiler Weg führt hinab ins Val Bever und zum Tunnelportal nach Spinas. (5. Etappe)
Die Tagesetappen
Die Wanderzeit versteht sich als reine Gehzeit eines durchschnittlichen Wanderers bei guten Weg- und Witterungsverhältnissen. Programmänderungen bleiben vorbehalten.
Mittwoch, 20. Juni 2012
Anreise nach Thusis (Gepäck kann direkt vom Wohnort nach Bergün geschickt werden)
Fahrplan: 05:47 Brig ab/07:32 Bern ab/07:33 Basel ab/08:37 Zürich ab/08:03 St. Gallen ab/09:58 Chur ab – 10:28 Thusis an. Thusis (697 m) – Tiefencastel (884 m).
Auf historischem Weg durch den Alten Schin zum Solisviadukt, dem höchsten der Albulabahn und zur karolingischen Kirche St. Peter zu Mistail. Eine mittlere, etwas längere Wanderung. Fahrt nach Bergün und Übernachtung.
Aufstieg ca. 1'070 m, Abstieg ca. 880 m, Distanz ca. 19,4 km, Wanderzeit 6¼ - 6¾ h.
Donnerstag, 21. Juni 2012
Hinfahrt nach Tiefencastel. Tiefencastel (884 m) – Filisur (1'080 m). Durch ausgedehnte Wälder, liebliche Flusslandschaften und satte Wiesen zum Viadukt der Viadukte, dem Landwasserviadukt. Event. Nebenroute Pfad der Pioniere. Eine mittlere Wanderung. Rückfahrt nach Bergün und Übernachtung.
Aufstieg ca. 320 m, Abstieg ca. 120 m, Distanz ca. 11,9 km; Über Nebenroute "Pfad der Pioniere" 5¼ - 5¾ h; Aufstieg ca. 620 m, Abstieg ca. 410 m Distanz 15.5 km, Wanderzeit 3½ - 4 h
Freitag, 22. Juni 2012
Hinfahrt nach Filisur. Filisur (1'080 m) – Bergün (1'373 m). Aufstieg zur Ruine Greifenstein anschliessend wandern wir durch das mit einem Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestufte Dorf Filisur und dann an den tanzenden Hexen von Bellaluna vorbei zur bester-haltenen bahnhistorischen Station Stugl/Stuls der Albulabahn. Eine mittlere Wanderung mit einem da-zwischen liegenden kurzen steileren Aufstieg.
Aufstieg ca. 600 m, Abstieg 300 m, Distanz ca. 12 km, Wanderzeit 5 - 5½ h
Samstag, 23. Juni 2012
Hinfahrt nach Preda. Wanderung Preda (1'789 m) – Spinas (1'815 m). Wanderung von Tunnelportal zu Tunnelportal über die Fuorcla Crap Alv (2466). Eine mittlere Passwanderung mit angenehmem Aufstieg und mit einem teilweise etwas steileren Abstieg. Fahrt mit dem Zug nach Preda. Rückfahrt nach Bergün.
Aufstieg ca. 720 m, Abstieg ca. 690 m, Distanz ca. 11.8 km, Wanderzeit ca. 4¼ - 4¾ h
Sonntag, 24. Juni 2012
Hinfahrt nach Preda. Preda (1'789) m – Bergün (1'373 m). Die Bahnanlage zwischen Bergün und Preda ist ein wahres Meisterwerk der Ingenieurskunst und der architektonischen Konstruktion. Abstecher zum Aussichtspunkt Fallo/Signal (2'140). Eine mittlere Bergwanderung auf gut ausgebauten, teilweise schmalen Wanderwegen. Ankunft in Bergün und Heimreise (Fahrplan: 16:47 Bergün ab, 21:40 Brig an/20:28 Bern an/20:31 Basel an/19:23 Zürich an/19:56 St. Gallen an).
Aufstieg ca. 500 m, Abstieg ca. 900 m, Distanz ca. 11.7 km, Wanderzeit 5 - 5½ h
Alpen-Initiative