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Kontrollzentrum San Vittore Dem Kontrollzentrum San Vittore müssen weitere Zentren folgen

Image Dem Kontrollzentrum San Vittore müssen weitere Zentren folgen
© Bundesamt für Strassen ASTRA

Heute wird das Schwerverkehrszentrum San Vittore bei Roveredo (GR) offiziell eröffnet. Die Alpen-Initiative begrüsst die Eröffnung und fordert die rasche Realisierung der weiteren Zentren gemäss Konzept des Bundes aus dem Jahr 2003. Mangelhafte Lastwagen werden sonst vermehrt auf die Gotthard-Route ausweichen.

Im Hinblick auf die Eröffnung des Schwerverkehrszentrums an der A13 über die San Bernardino-Route sagt Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative: «Wir begrüssen die Eröffnung des Kontrollzentrums San Vittore. Dieses leistet einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit auf unseren Autobahnen.»

Schwerverkehrskontrollen stellen einen wichtigen Bestandteil der Schweizer Verlagerungspolitik dar, sorgen sie doch für gleich lange Spiesse bei Schiene und Strasse. «Von umfassenden Schwerverkehrskontrollen profitiert auch der Güterverkehr auf der Schiene, wo Sicherheit seit jeher oberste Priorität geniesst», so Pult weiter. Die Erfahrungen des Schwerverkehrszentrums Ripshausen bei Erstfeld UR zeigen die Notwendigkeit der Kontrollen: Rund ein Drittel der dort kontrollierten Fahrzeuge weisen Mängel auf.

Umso bedenklicher ist die Tatsache, dass das Kontrollkonzept des Bundes von 2003 bisher nur lückenhaft umgesetzt wurde. San Vittore ist das erste Schwerverkehrszentrum südlich der Alpen. Es ermöglicht die Kontrolle eines Teils des Schwerverkehrs, welcher die Schweiz von Süden nach Norden durchquert.
Doch über die Gotthard-Route fahren fünfmal so viele Lastwagen wie über die San Bernardino-Route – noch immer ohne Kontrolle in Richtung Norden. «Die Gefahr ist gross, dass mangelhafte Lastwagen jetzt vermehrt über die Gotthard-Route fahren. Mit dem geplanten Kontrollzentrum an der A2 in der Leventina muss es nun endlich vorwärtsgehen», fordert die Tessiner Nationalrätin Marina Carobbio, Vize-Präsidentin der Alpen-Initiative.

Auch am 2000 m hohen Simplonpass besteht dringender Handlungsbedarf. Die Passstrasse wird jedes Jahr von rund 10'000 Gefahrguttransportern befahren. «Der Grossteil der Lastwagen über den Simplonpass entgeht den Kontrollen. Der Bund muss rasch ein Schwerverkehrszentrum am Simplon bauen und die Kontrollen verstärken, gerade im Hinblick auf die erhöhte Gefahr bei den Gefahrguttransporten», fordert der Walliser Nationalrat Mathias Reynard, Vorstandsmitglied der Alpen-Initiative.

Wie die anderen Kontrollzentren wird auch das Zentrum San Vittore von der Kantonspolizei im Auftrag des Bundes geführt. Bisher wurden die Kontrollzahlen der verschiedenen Zentren nicht systematisch veröffentlicht. «Noch immer warten wir auf die vom Bund ab 2018 versprochene gesamtschweizerische Auswertung der Kontrollen. Es ist an der Zeit, dass der Bund diese Zahlen endlich publiziert», sagt Jon Pult.

Kontakt

  • Jon Pult, Präsident Alpen-Initiative: 076 508 16 33
  • Django Betschart, Leiter Alpenschutzpolitik der Alpen-Initiative: 076 451 99 77

Alpen-Initiative

Die Alpen-Initiative (rätoromanisch "Iniziativa da las Alps") ist ein Schweizer Verein, der sich für den Schutz des Alpengebietes vor dem Transitverkehr einsetzt. Der Verein lancierte die «Eidgenössische Volksinitiative zum Schutze des Alpengebietes vor dem Transitverkehr» (umgangssprachlich: «Alpen-Initiative»). Sie wurde am 20. Februar 1994 durch Volk und Stände angenommen.

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