5. Mai 2007

Der Schwerverkehr am sanierten San Bernardino soll sicherheitsmässig gleich behandelt werden wie im Gotthard. Dies fordert die Mitgliederversammlung des Vereins Alpen-Inititiave von Bund und Kanton Graubünden. Präsident Fabio Pedrina und der Ausschuss wurden an der Versammlung in Chur wiedergewählt.

Die Mitgliederversammlung der Alpen-Initiative, die heute in Chur stattfand, ruft die zuständigen Behörden von Bund und Kanton Graubünden auf, den Schwerverkehr am San Bernardino nach Abschluss der Sanierungsarbeiten sicherheitsmässig gleich zu behandeln wie am Gotthard.

LKW-Dosierung notwendig
Trotz Sanierung gibt es keinen Grund anzunehmen, dass ein Tunnelbrand, in den mehr als zwei Lastwagen gleichzeitig verwickelt sind, glimpflicher ablaufen würde als der Brand im Gotthardtunnel vor sechs Jahren. Wegen der geringeren Fahrbahnbreite ist am San Bernardino das Unfallrisiko sogar grösser. Nur mit einer konsequenten Durchsetzung der Sicherheitsabstände mittels einer LKW-Dosierung und einer generellen Tempobegrenzung von 70 Stundenkilometern wie in den französisch-italienischen Alpentunnels kann der Schwerverkehr wieder im Gegenverkehr zugelassen werden.

Südlich von Bellinzona kontrollieren
Ohne diese Einschränkungen besteht zudem die Gefahr, dass der San Bernardino, welcher noch viel weniger als der Gotthard für den Schwerverkehr geeignet ist, zur Ausweichroute werden könnte, wenn die Kapazitäten des Gotthardtunnels ausgeschöpft sind. Die Gefahr ist umso grösser, wenn der aus Süden anrollende Schwerverkehr nicht kontrolliert wird. Die Alpen-Initiative bittet deshalb den Kanton Graubünden auch um die Unterstützung für ihre Forderung, das geplante Kontrollzentrum südlich von Bellinzona (bevorzugt an der Grenze) statt in der Leventina zu errichten, so dass auch der Verkehr Richtung San Bernardino erfasst werden kann.

Regierungsrätin Eveline Widmer-Schlumpf sicherte in ihrem Begrüssungsreferat an die Mitglieder der Alpen-Initiative heute in Chur die Unterstützung beim Anliegen zu, das Schwerverkehrskontrollzentrum an der Grenze bei Chiasso zu planen.

Grusswort von RR Eveline Widmer-Schlumpf (pdf, 43 kb)

Vorstand wiedergewählt
Der Tessiner Nationalrat Fabio Pedrina (Airolo) wurde als Präsident, Andreas Weissen (Brig) als Vizepräsident und Christa Mutter (Fribourg) sowie Stefan Grass (Chur) als Mitglieder des Ausschusses bestätigt. Der Vorstand wurde mit neuen Mitgliedern ergänzt. Eine sonntägliche Wanderung mit Nationalrat Andrea Hämmerle im Domleschg bildet den traditionellen Abschluss des Anlasses.

Machbarkeit-Studie bestätigt: Chiasso Brogeda idelaer Standort (pdf 559 kb)

Für Fragen: Nationalrat Fabio Pedrina, Präsident Alpen-Initiative: 079 – 249 29 42
Alf Arnold, Geschäftsführer Alpen-Initiative 079 – 711 57 13

Vollständige Resolution:

Die Mitgliederversammlung der Alpen-Initiative, die heute in Chur stattfand, ruft die zuständigen Behörden von Bund und Kanton Graubünden auf, den Schwerverkehr am San Bernardino nach Abschluss der Sanierungsarbeiten sicherheitsmässig gleich zu behandeln wie am Gotthard.

Trotz Sanierung gibt es keinen Grund anzunehmen, dass ein Tunnelbrand, in den mehr als zwei Lastwagen gleichzeitig verwickelt sind, glimpflicher ablaufen würde als der Brand im Gotthardtunnel vor sechs Jahren. Wegen der geringeren Fahrbahnbreite ist am San Bernardino das Unfallrisiko sogar grösser. Nur mit einer konsequenten Durchsetzung der Sicherheitsabstände mittels einer LKW-Dosierung und einer generellen Tempobegrenzung von 70 Stundenkilometern wie in den französisch-italienischen Alpentunnels kann der Schwerverkehr wieder im Gegenverkehr zugelassen werden.

Ohne diese Einschränkungen besteht zudem die Gefahr, dass der San Bernardino, welcher noch viel weniger als der Gotthard für den Schwerverkehr geeignet ist, zur Ausweichroute werden könnte, wenn die Kapazitäten des Gotthardtunnels ausgeschöpft sind. Die Gefahr ist umso grösser, wenn der aus Süden anrollende Schwerverkehr nicht kontrolliert wird. Die Alpen-Initiative bittet deshalb die Bündner Regierung auch um die Unterstützung für ihre Forderung, das geplante Kontrollzentrum südlich von Bellinzona (bevorzugt an der Grenze) statt in der Leventina zu errichten, so dass auch der Verkehr Richtung San Bernardino erfasst werden kann.

Hintergrund:

Der 1967 eröffnete San-Bernardino-Tunnel wurde in den letzten vier Jahren Jahren total saniert (neue Lüftung, neue Fahrbahnplatte, neue Wandverkleidung, Sicherheitsstollen unter der Fahrbahn, neue technische Installationen etc.). Ende Sommer soll er wieder voll eröffnet werden. Während der Bauzeit wurden die Lastwagen nur dosiert im Einbahnverkehr und in Blöcken durch den Tunnel gelassen. Der Kanton Graubünden und das ASTRA scheinen die Absicht zu haben, nach der Wiedereröffnung jegliche Einschränkung des Scherverkehrs aufzuheben.