13. September 2018

Das Bundesamt für Verkehr hat die Zahlen zum alpenquerenden Güterverkehr im ersten Halbjahr 2018 veröffentlicht. Vom Januar bis Juni 2018 sind insgesamt 477’000 Lastwagen durch die Schweizer Alpen gefahren. Die rückläufigen Zahlen zeigen, dass die Schweizer Verlagerungspolitik grundsätzlich ein Erfolgsmodell ist. Es gilt nun aber, das Verlagerungsziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Das Güterverkehrsverlagerungsgesetz schreibt vor, dass 2018 maximal 650’000 Lastwagen die Alpen durchqueren dürfen. «Die Halbjahreszahlen sind auf allen Transitachsen rückläufig. Das ist erfreulich», sagt Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative. Die Zahlen des ersten Halbjahres 2018 lassen aber befürchten, dass das Verlagerungsziel Ende 2018 nicht erreicht wird.

Das Bundesamt für Verkehr erwähnt die Frist von Ende 2018 zur Erreichung des Verlagerungsziels in seiner Kommunikation mit keinem Wort. «Wir fürchten, dass das Verlagerungsziel beim Bund ins Hintertreffen gerät. Knapp 25 Jahre nach Annahme der Alpeninitiative und zwei Jahre nach Eröffnung des Gotthard-Basistunnels wäre das eine Schande», sagt Jon Pult.

Der Nationalrat hat im Frühling 2018 vom Bund eine Strategie zur mittelfristigen Umsetzung des Verlagerungsziels verlangt. «Die Halbjahreszahlen zeigen die Dringlichkeit dieses Berichts auf. Der Bund muss darin konkrete und rasch umsetzbare Massnahmen zur weiteren Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene aufzeigen», so Jon Pult weiter. Möglich wären etwa eine Erhöhung der LSVA, eine Intensivierung der Schwerverkehrskontrollen oder ein Verbot von Gefahrguttransporten über den Simplon.

«Längerfristig ist und bleibt die Alpentransitbörse das effizienteste Mittel, um den Transitverkehr im ganzen Alpenbogen auf ein verträgliches Mass zu reduzieren», bilanziert Jon Pult.

Kontakt
→ Jon Pult, Präsident Alpen-Initiative: 076 508 16 33
→ Django Betschart, Leiter Alpenschutzpolitik der Alpen-Initiative: 076 451 99 77